Onsen – Heiß Baden

Bei einem Urlaub in Japan sollte der Besuch eines Onsen unbedingt auf der „To-Do-Liste“ stehen. Was ist überhaupt ein Onsen? Im Internet gibt es hierzu diverse Erklärungen. Kurz gesagt sind Onsen ähnlich der deutschen Thermalbäder. Bei einem Onsen handelt es sich also um mehrere heiße Becken, in denen man Baden und entspannen kann. Bevor man in das heiße Wasser eintaucht, muss sich aber jeder Besucher auf einem der zahlreichen Hocker setzen, um sich dort gründlich zu reinigen. Viele Onsen bieten den Besuchern kostenfrei die Nutzung von Shampoo, Seife und Spülung an. In manchen Onsen lässt sich dies aber auch an einem Automaten, vor dem Onsen kostenpflichtig erwerben. Handtücher kann man sich in den meisten Onsen auch gegen eine kleine Gebühr ausleihen. Es steht natürlich jedem frei, selbst seine Bade-Utensilien mitzubringen. Gebadet wird ohne Badekleidung und natürlich nach Geschlechtern getrennt. Wer dennoch gerne mit seiner Frau oder seiner Familie / Freunden das gemeinsame Bad sucht, wird in manchen Onsen dennoch fündig. Dort lassen sich dann Private Bäder buchen, welche aber preislich im Vergleich zu den öffentlichen Bädern dann doch sehr in die Reisekasse greifen.

In meinem Urlaub konnte ich zwei Onsen besuchen. Eines davon befindet sich in im Zentrum von Asakusa. Hierbei handelt es sich um ein eher traditionelles Onsen, welches sich in keinem Touristenguide finden lässt. Dies wird man als Tourist auch sehr schnell merken, da dort eher wenig bis kein Englisch gesprochen wird. Es gibt auch keine englischen Übersetzungen in dem Onsen. Vorm Eingang lässt sich an einem Automaten aber ein Ticket ziehen, sowie mehrere Tickets für die einzelnen Bade-Utensilien. Vorsichtshalber haben wir Duschgel und Shampoo extra gekauft. Der „freundliche“ Mann hinterm Tresen hat bei uns aber einen Coupon verschwinden lassen, wodurch wir dann 1x zuwenig Shampoo bekommen haben. Eine Diskussion mit der Person wollte ich nicht beginnen, da wir beide uns sowieso nicht hätten verständigen können. Zu unserer Erleichterung gab es aber auch in diesem Onsen kostenfreies Shampoo, sowie Duschgel zu benutzen. Nach der gründlichen Reinigung ging es auch schon in eines der heißen Bäder. Mit heiß meine ich circa 40-50 Grad. Für viele Europäer mag dies schon deutlich zu heiß sein, aber wenn man ersteinmal im Wasser ist, möchte man nur noch entspannen. Da es in den Onsen üblich ist, sich den Kopf mit einem kalten Handtuch zu bedecken, fiel unsere Wahl am Tresen natürlich auf ein Leih-Handtuch. Das kleine Handtuch sollte aber nicht in das Becken eingetaucht werden oder anderweitig ins Wasser fallen. Wer es nicht auf dem Kopf tragen möchte, kann es auch einfach in greifbare Nähe des Wassers legen. Zur Austattung des Onsen in Asakusa zählt ein elektrisches Bad in dem es auch diverse Massagedüsen gibt, ein heißes Außenbecken, ein Eisbecken, ein Koi-Teich, sowie eine 90Grad Sauna. Typisch in diesen Saunen ist, dass dort bereits Handtücher ausgelegt sind. Es brauch also niemand in die Umkleide rennen, um sein Sauna-Handtuch zu holen. Nebenbei läufen in den Saunen noch diverse Fernsehprogramme. Einen Aufguss habe ich in der kleinen Sauna jedoch nicht erlebt. In dem Onsen in Asakusa ist mir allerdings negativ aufgefallen, dass dort im Umkleidebereich der Männer diverse Decken-Kameras angebracht sind. Ebenso ist die weibliche Reinigungskraft dort ziemlich penetrant am putzen, dies könnte man ruhig diskreter machen. Leider weiß ich nicht, ob in dem Damen-Bereich auch Kameras hängen. Sollte dies aber der Fall sein, würde ich den Frauen dieses Onsen nicht empfehlen. Ein wenig Privatsphäre möchte Mann und Frau dann doch haben. Sollte es in dem Damen-Bereich keine Kameras geben oder man sich daran nicht stören, für den kann ich dieses relativ preiswerte Bad gerne weiterempfehlen. Für circa 600 ¥ p.P. (4€) lässt sich dort ein recht entspannter Abend verbringen. Ein Bad im elektrischen Wasser kann ich jedem (ohne gesundheitliche Einschränkungen) nur empfehlen. Es ist aufjedenfall eine Erfahrung Wert, zu spüren wie es sich in einem Wasser fühlt, welches unter Strom gesetzt wird.

Onsen Asakusa
Der Hauptbereich des Onsen in Asakusa. Zu sehen ist der Waschbereich, sowie ein Becken (Stichwort: elektrisches Wasser)
Onsen Asakusa2
Umkleidekabine der Herren, im Onsen-Asakusa
Onsen Asakusa3
Die 95° Sauna, ausgelegt mit Handtüchern

 

 

Der Link zum Onsen ist:
http://www.jakotsuyu.co.jp/
Die Adresse lautet:
1 Chome-11-11 Asakusa Taitō-ku, Tōkyō-to 111-0032 Japan

Für jemand tätowiertes sei gesagt, dass in den meisten öffentlichen Bädern Tattoos unerwünscht sind. Manchmal besteht hier die Möglichkeit, dieses im Vorfeld abzukleben. Wenn jemand ein Tattoo hat, welches zu groß zum Abdecken ist, sollte vor seinem Besuch abklären, ob das gewünschte Bad ein Tattoo-Verbot hat. Dies ist zurück zu führen auf diverse Kriminelle, welche in Japan wohl häufig tätowiert sind. Um möglichen Ärger in den Bädern zu vermeiden wurden dadurch einfach vorsorglich tätowierte Personen ausgeschlossen. Für einige mag dies etwas diskriminierend wirken, aber ändern an der Situation lässt sich dennoch nichts.

Hakone
Eingangsbereich des Hakone-Yuryo Onsen

Für alle, die sich lieber strikt an den Touristen-Guide halten möchten, kann ich nur ein Besuch in den diversen Onsen in Hakone empfehlen. In Hakone haben wir das Hakone Yuryo besucht. Am einfachsten ist der Weg vom Bahnhof Hakone dorthin, in dem Ihr einfach die Rolltreppen nach unten fährt um dort in dem kleinen, kostenlosen Shuttle-Bus den Berg hoch gebracht zu werden. Die Fahrt dauert circa 10 Minuten und lässt euch direkt an der Endstation, vor dem Thermal-Bad aussteigen. Das Onsen ist schön hoch gelegen, sodass man beim Baden im Außenbereich einen schönen Ausblick ins Tal hat. Die Preise bewegen sich zwischen 1400 ¥ (10€) für Erwachsene, sowie 700 ¥ (5€) für Kinder. Wenn Ihr Lust auf ein privates, gemischtes Bad habt, zahlt ihr für ein privates Becken 3900 ¥ (28€) pro Stunde. Für eine Gruppe könnte es sich schon rentieren, aber wenn man nur als Pärchen das Bad besucht, würde ich den getrennten Besuch bevorzugen. Das Onsen bietet drei Bäder, zwei Badewannen, ein Eisbecken und eine mittelgroße Sauna (in der es tatsächlich Aufgüsse gibt). Für private Gruppen / Pärchen bietet das Onsen 19 private Räume zur Anmietung. Im Onsen wird mäßiges Englisch gesprochen. Es ist aber sehr freundliches Personal dort vor Ort, welches immer mit einem Lächeln versucht, seinen Kunden einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Wer nach dem heißen Bad noch etwas essen möchte, findet direkt am Onsen ein Restaurant. Das Onsen hat 365 Tage im Jahr geöffnet und ist sicherlich ein Besuch wert. Mein Eindruck von dem Bad war sehr positiv, da das Personal sehr freundlich war, die Austattung sehr sauber und in gutem Zustand war. Wer hoch in den Bergen entspannen möchte, für den kann ich dieses Bad empfehlen.

Bilder und aktuelle Informationen zu dem Bad in Hakone lassen sich auf der Internetseite des Onsen finden:

http://www.hakoneyuryo.jp/english/

Wart ihr selbst schon in einem Onsen in Japan und habt vielleicht einen Tipp für alle die daran interessiert sind?

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