Flugerfahrung LH

Hinflug A320
Hinflug A320

Nachdem ich im letzten Jahr mit Turkish Airlines geflogen bin, wollte ich es in diesem Jahr mit einer neuen Airline versuchen. Mit der Lufthansa sind wir über Frankfurt nach Miami geflogen. Eigentlich wollte ich unser Rückflugdatum um einige Tage nach hinten verschieben, was mir die Airline aber nicht sonderlich schmackhaft gemacht hatte. Ich besaß zwei Tickets der Economy Restricted Klasse. Um nun aber eine Umbuchung vornehmen zu können, wurde ein Aufschlag von 110 % fällig, da mir lediglich die Economy Flex Klasse angeboten wurde. Somit wäre das Umbuchen des Fluges teurer gewesen, als ein komplett neues Ticket zu erwerben. Da eine Stornierung des gesamten Tickets aber zu aufwändig wäre, nahmen wir die 4 Tage weniger Urlaub stattdessen in Kauf.

Innenraum A320
Innenraum A320

Von Hamburg aus ging es am Abflugtag mit einem A320 nach Frankfurt. Da wir bereits online eingecheckt hatten, konnten wir am Hamburger Airport unser Gepäck selbständig aufgeben und durften es erst in Miami wieder in Empfang nehmen. Lufthansa wirbt oft mit „Premium“ und „Star Alliance“. Von Premium oder Star konnte ich in der Maschine allerdings nichts erkennen. Für diesen Kurzstreckenflug gab es kostenfreie Zeitschriften, kostenfreie Getränke, sowie kleine Snacks. Somit völlig im Rahmen und auch akzeptabel. Die Sitze hatten ebenfalls eine normale Beinfreiheit. Allerdings kam mir das gesamte Mobiliar sehr veraltet vor, wie eine kleine Zeitreise. Dies merkte man auch leicht im Komfort. Länger als 2 Stunden würde ich dort ungern verbringen. Die Flugbegleiter waren aber ebenfalls sehr höflich.

Pünktlich in Frankfurt angekommen ging es nach kurzem Aufenthalt mit einem A380-800 weiter. Aufgrund der Menschenmenge entschlossen wir uns als Letztes an Bord zu gehen. Schließlich wäre das Flugzeug sowieso nicht losgeflogen, bis nicht alle Passagiere eingestiegen und Platz genommen hätten. Zudem waren wir froh über jede Minute, die wir nicht im Flugzeug verbringen mussten. Besonders auf Langstrecke kann man auf unnötige Minuten an Bord gerne verzichten. Unsere Plätze hatte ich nah am Notausgang (76H, 76J) gebucht, um die erhoffte Beinfreiheit zu bekommen. Im Internet wird oft damit geworben, dass dort die besten Plätze wären. Leider hatte ich nicht bedacht, dass vor uns noch eine Sitzreihe war. Somit hätten wir eigentlich nichts mit diesen Plätzen an Vorteil gewonnen. Zu meinem Glück setzte sich allerdings unser Sitznachbar um, so dass ich seinen Platz einnehmen konnte und somit die Beine lang machen konnte. Bis hierhin war alles bestens. Leider liest man im Vorfeld nirgends etwas darüber, dass die Plätze direkt bei den Toiletten sind. Bei circa 500 Passagieren ging die Toilettentür in 9 Stunden ungefähr jede Minute auf. Das war für den eigenen Geruchssinn besonders angenehm. Immerhin waren die Flugbegleiter sehr höflich und versorgten uns weiterhin mit Snacks, Mittagessen und kostenfreien Getränken. Auf diesem Langstreckenflug wurden wir zudem mit dem Bordentertainment von den ganzen Störfaktoren abgelenkt. Es standen diverse aktuelle Filme, Serien und Musik zur Verfügung. Selbstverständlich auch viele davon in deutscher Sprache. In Miami angekommen nahmen wir schnell unser Gepäck entgegen und machten uns per kostenfreiem Shuttle auf dem Weg zur Mietwagenfirma.

Auf dem Rückflug ging es wieder mit einem A380-800 in gewohnter Hinflug-Qualität zurück. Somit waren wieder kostenfreie Snacks, Mittagessen, sowie Getränke zur Verfügung. Das Bordentertainment war ebenfalls mit dem Hinflug identisch. Statt unserer gebuchten (76H, 76J) Sitzplätze konnten wir eine Sitzreihe aufrücken, da die vorderen Personen doch nicht dicht an den Toiletten sitzen wollten. Diese hatten sich wohl ebenfalls nicht über diesen enormen Nachteil informiert. Dabei kosteten die beiden Plätze, direkt am Notausgang 70€ Aufpreis pro Person. Halbwegs glücklich rückten wir zufrieden auf. Auf diesem Flug war es allerdings noch chaotischer als auf dem Hinflug. Da bei uns soviel Beinfreiheit war, musste sich natürlich gefühlt jeder Passagier bei uns die Beine vertreten, Chips futtern oder einfach einen Plausch halten. Besonders angenehm, wenn man dort eigentlich seine Beinfreiheit genießen will, für die man unter Umständen 70€ extra bezahlt hätte. Zudem hatten wir wieder die Toiletten in Griffweite. Als wären dies nicht genug Störfaktoren, gab es auch Passagiere, die so freundlich waren, Toilettenpapier mit aus der Toilette zu nehmen und auf dem Boden vor unseren Füßen abzutreten. (Un)gerne gesehen waren auch Fluggäste, die der Meinung waren, die Toilettentüre nicht wieder schließen zu müssen. Dies war neben dem „angerempelt werden“, da ich am Gang saß, eines der schönsten Momente im Flugzeug. Abschließend bleibt noch eine Passagierin zu erwähnen, die meinte im Flugzeug rumzuschreien und sich durch sämtliche Reihen zu schlängeln. Dies geschah wiederholend und in unregelmäßigen Abständen, sodass sich schon eine Ärztin und sämtliche Flugbegleiter um diese um aufmerksamkeit ringende Persönlichkeit kümmern mussten. Immerhin waren die Flugbegleiterinnen wieder sehr freundlich und hatten immer ein offenes Ohr für uns. Nach so viel Trubel war ich froh, als wir endlich in Frankfurt ankamen.

Von Frankfurt aus ging es mit einem A320 wieder zurück nach Hamburg. Der Flug war dem Hinflug aus Hamburg sehr ähnlich und benötigt daher keine weitere Beschreibung. Abschließend sei nur geschrieben, dass ich mir für meinen nächsten Urlaub eine andere Airline suchen werde. Der Service der Lufthansa war zwar immer sehr positiv, aber die Preispolitik bzgl des Umbuchens ist ein klares KO-Kriterium für mich. Die oben angesprochenen negativen Faktoren können leider bei jedem Flug auftreten und sind nicht Airline spezifisch.

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